Japanische Autos werden leichter

Japan ist der drittgrösste Konsument von Aluminium der Welt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Japan über eine große Autoindustrie verfügt, die einen Großteil dieses Rohstoffes verbraucht. Weitere japanische Wirtschaftssektoren mit einem hohen Verbrauch an Aluminium sind die Flugzeug- und die Verpackungsindustrien. Aufgrund der hohen Produktionskosten deckt Japan einen grossen Teil seines Aluminiumbedarfs durch Importe, unter anderem auch aus Deutschland. In den letzten Jahren belegte der Export von Primäraluminium und Alumimiumprodukten – vornehmlich sog. Halbzeug wie Röhren, Bleche und Drähte, aber auch Gerüste und Komponenten für den Maschinenbau – den 9. Platz in der Liste der wichtigsten deutschen Exportgüter nach Japan.
Andererseits ist Japan auch auf dem internationalen Aluminiummarkt keineswegs untätig. Zuletzt machte Japans Stahlhersteller Kobe Steel mit der Entwicklung einer neuen und kostensenkenden Aluminium-Legierung Schlagzeilen. Das neue Material wiegt nur etwa halb so viel wie Eisen, ist dabei aber deutlich stabiler ist als bisherige Alu-Eisen Gemische. Außerdem kostet es nur einen Bruchteil von vergleichbaren Aluminiumprodukten. Kobe Steel ist vor allem in der Autoindustrie aktiv, wo Aluminium vorwiegend genutzt wird, um das Gewicht von Autokarosserien zu vermindern und so den Treibstoffverbrauch zu senken. Kobe Steel ist der Ansicht, dass die neue Legierung zuvorderst bei der Herstellung von Autotüren und -dächern Einsatz finden wird. Sollte die Industrie diese Entwicklung annehmen, könnte der Gewichtsanteil von Aluminium bei Kleinwagen von bisher 8% auf bis zu 10%, bei Elektrofahrzeugen sogar auf bis zu 15% ansteigen. Kobe Steel hat sich das Ziel gesetzt, die neuartige Legierung in spätestens 5 Jahren auf den internationalen Markt zu bringen.

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