Neue Haarpracht dank Forscherglück

Röntgenstrahlen, Penicillin und Dynamit sind nur ein paar Beispiele aus einer langen Reihe von Zufällen, die zu großartigen Erfindungen geführt haben. Nun scheint Wissenschaftlern der UCLA in Los Angeles durch einen Glücksfall ein Durchbruch bei der Behandlung von Haarausfall gelungen zu sein. Das Forscherteam untersuchte eigentlich gentechnisch veränderte Mäuse hinsichtlich ihrer Darmfunktion, als sie eine faszinierende Entdeckung machte. Die Nager wiesen einen erhöhten Spiegel des Corticotropin-Releasing-Factor (CRF) auf und litten an Haarausfall. Als die Wissenschaftler versuchten, die Rezeptoren für dieses Hormon zu blockieren, wuchsen den Mäusen wieder Haare. CRF ist eines von vielen Hormonen, das für das Entstehen von Stress verantwortlich ist und an der Entstehung von Haarausfall maßgeblich beteiligt ist.

Lassen sich diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen, ist ein wirksames Haarwuchsmittel in greifbare Nähe gerückt. Allerdings gibt es für Alopezie (der Fachausdruck für Haarausfall) mehrere mögliche Gründe. Mangelernährung und genetische Prädisposition gehören zusammen mit Stress zu den häufigsten Ursachen. Zumindest für letztere scheinen die CRF-Blocker jedoch ein geeignetes Behandlungsmittel zu sein. Die Zielgruppe ist groß: Rund 25 % aller unter 30-Jährigen und 50 % der über 50-Jährigen leiden unter Haarausfall. Bislang beschränken sich die Behandlungsmöglichkeiten auf das Hinzuführen von Nährstoffen (durch Mikroinjektionen oder Nahrungsergänzungsmitteln), Eigenblutbehandlungen, Botulinumtoxin und Laserbehandlungen. Damit die richtige Behandlung gewählt werden kann, ist eine umfassende Erhebung der Krankengeschichte notwendig.

Bis auch CRF-Blocker zu den Behandlungsmethoden gehören, werden jedoch noch einige Jahre vergehen, da die Substanz erst klinische Studien durchlaufen muss. Allerdings entfaltet das Mittel bei Mäusen bereits bei einer kurzfristigen Einnahme eine langfristige Wirkung, sodass Menschen mit stressbedingtem Haarausfall durchaus auf eine Art „Wundermittel“ hoffen können. Im Gegensatz zur Stammzellenforschung, die noch in den Kinderschuhen steckt, scheint eine mittelfristige Lösung durch die zufällige Entdeckung zumindest wahrscheinlicher. Ein weiteres Einsatzgebiet erhoffen sich die Forscher übrigens in der Onkologie. Hier könnten die CRF-Blocker helfen, von der Chemotherapie bedingten Haarausfall zu verhindern.

Quellen:
http://www.trendsderzukunft.de/wieder-haarwuchs-dank-zufall-in-der-forschung/
http://www.dermanet.de/index.php/haarausfall
http://newsroom.ucla.edu/portal/ucla/ucla-va-researchers-may-have-discovered-190273.aspx

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *