Alternative Brennstoffe: Biodiesel aus altem Speiseöl

Biodiesel wird auch in Österreich zunehmend zu einer regionalen und fairen Alternative zu anderen regenerativen Energieträgern. Zu verdanken ist dies Pionieren der Altspeisefett-Verwertung, die alte Speiseöle in Biodiesel umwandeln. Das Ergebnis ist dabei gleich auf mehrfache Weise ressourcen- und umweltschonend. Durch das regionale Sammeln von Speiseölen entfallen lange Transportwege. Zudem landet Altspeisefett nicht länger im Abfall sondern wird wieder verwertet. Hinzu kommt, dass Biodiesel nicht nur einen reduzierten Rußanteil aufweist, sondern die Partikel-, HC- und CO2-Emissionen im Abgas wesentlich geringer sind. Kein Wunder also, dass auch Privatpersonen versuchen, diese Idee umzusetzen. So musste sich der 59-jährige Gailtaler Horst Zwenig vor Gericht verantworten, weil er einen für diesen Zweck umgebauten Diesel mit alten Speiseölen betrieb. Deswegen versucht er nun, die Altstoffbestimmungen für Altspeiseöl auch für Privatpersonen in diesem Punkt zu verändern.

Doch auch Menschen, die technisch nicht versiert genug sind, um ihr Fahrzeug umzubauen, müssen auf die umweltfreundliche Alternative nicht verzichten. Familienunternehmen wie die Münzer Bioindustrie produzieren ihren Biodiesel bereits jetzt zu einem Viertel aus Altspeisefett. Hierfür hat das Unternehmen Sammelbehälter bei Großverbrauchern, Hotels und Restaurants aufgestellt. Mithilfe eines LKWs mit Supersauger-Einrichtung holt das Unternehmen die alten Speiseöle ab und liefert sie ins Biodieselwerk in der Lobau. Bereits jetzt setzt Münzer auf diese Weise 5000 Tonnen Altspeisefette um. Die anderen drei Viertel der Produktion stammen aus Raps und Soja. Münzer möchte in den nächsten Jahren den Anteil des Biodiesels aus alten Speiseölen jedoch auf die Hälfte verdoppeln.

Biodiesel gilt als aussichtsreiche Zukunftstechnologie. Längst engagieren sich nicht nicht nur Idealisten für diese Idee, immer öfter finden sich alternative Biodieselprojekte in Portfolios von Investitionsfonds. Die Zahl der Anlagen zur Biodieselproduktion nimmt weltweit stetig zu, ebenso wie immer ausgeklügeltere und kostengünstigere Verfahren zu seiner Herstellung. In Österreich allein fallen jährlich rund 60.000 Tonnen Altöl an. Ein Sammelsystem könnte auch für Gemeinden lukrativ sein, denn eine Tonne Altöl hat immerhin einen Gegenwert von 500 Euro. Biodiesel könnte in jedem Verhältnis normalem Kraftstoff beigemischt werden. Derzeit macht Biodiesel rund 7 % von in Österreich eingesetzten Dieselkraftstoffen aus. Durch eine Nutzung der vorhandenen Kapazitäten könnte Österreich nicht nur seine Umwelt schonen und bei der Abfallentsorgung sparen, sondern zusätzlich unabhängiger von Energieimporten werden.

Quellen und weitere Infos:
http://www.kleinezeitung.at/frittieroel-golf-verboten
http://www.biodieselkrems.at
http://kurier.at/altes-speiseoel-wird-zu-biodiesel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *